Leistungsgesellschaft aka Kapitalismus

by VivaVivaldi

Besorgt bist du, sieh’ dich an,
um deine Zukunft und deine Zeit,
Perspektiven bringen dir zuviel Leid,
mit finanzieller Sicherheit dem Tod geweiht.

Kraftlos bist du, mit müden Augen,
deinen Körper billig zu verkaufen,
und am Schluss an deinen Träumen vorbeigelaufen.
Es ist doch so sinnlos,
dir dein Leben aufzubauen,
fremden Menschen zu vertrauen,
und am Ende dann abzuhauen.
Wortlos bist du, denn Stimmen versagen,
aus Angst, Bedingungen anzuklagen,
denn deine Hoffnung wird ohnehin begraben.
Wertlos ist es, was du Kapital nennst,
deinem Geld, oder das, was du dafür hältst,
hinterherrennst und als Ergebnis kein Glück kennst.

Denn immer wieder siehst du sie- an dir vorbeilaufen in Richtung Ziel.
Das, was du erreichen willst, das, was deinen Hunger stillt –
nach Reichtum, Macht und Sicherheit,
und dich zurücklässt in Einsamkeit.
Kreislauf, wie deine Welt sich dreht,
du immer weiter im Zirkel gehst,
und sie deine Spuren dann eh verweht.
Runde um Runde, und um sich selbst,
und wer dreht sich um dich, du Held? Ist das wirklich deine Welt?

Und immer wieder greifst du nach ihnen,
den Träumen, der Hoffnung und den Dingen,
die irgendwann dein Glück bedienen,
da bist du dir sicher, irgendwann,
holst du sie ein und kommst dann dran.

Doch bis es soweit ist, lässt du dein Glück,
unbedacht auf deinem Weg zurück.
Du musst dich auf deine Karriere versteifen,
auf Sachen, die dir keinen Spaß
und keine Freude hinterlassen –
die an dir zerren und dich auslaugen,
‘Freiheit, die muss man sich erkaufen’ –
sagt dein Chef mit hektischer Miene,
‘man darf sich nicht in der Zeit verlaufen!’

Freiheit durch Arbeit,
Freiheit durch Geld,
schließlich ist es nur die Leistung,
die in deinem Leben zählt.
Freude und Glück wird zurückgestellt,
für Profit und das, was dein Chef von dir will.

Und dann blickst du auf das Leben hinab,
wenn du nicht mehr in diesem Leben weilst,
das, was du dein Leben nanntest,
in der du keine Perspektive erkanntest,
keine Umleitung beschritten,
straight voran, auf dem hohen Ross geritten,
doch wer das hohe Ross besteigt,
fällt am Ende und von Zeit zu Zeit,
hinab in depressives Leid,
und muss sich selber hochpushen,
es immer wieder neu versuchen, >
niemals Schwäche als Schwäche verbuchen.

Denn das was wirklich wichtig ist,
das Glück, die Freude und deine Pflicht,
dir selbst dein Leben zu gestalten,
dir Träume und Hoffnungen zu erhalten,
und sie letztlich zu erreichen,
vergisst du im Sog der Wirtschaft,
denn wer Arbeit schafft,
schafft Wirtschaftskraft,
und wer nichts schafft,
wird abgeschafft.

Und immer wieder sagst du dir: ‘Ich lass’ mein Leben und meine Zeit, nicht von meinem Chef verwalten.’
Doch du bist klein und inkonsequent,
denn das, was du dein Leben nennst, >
>ist eigentlich das, was zu Asche verbrennt,
im flackernden Feuer seiner Gewalt.
‘Der Beruf, ja, mein Beruf, der gibt mir Halt, in dieser schnelllebigen Zeit,’
rechtfertigst du dich, >
du hast ja sonst nichts,
deine Zeit lässt dir keine Zeit,
für Liebe, Glück und Besonnenheit.
Und so fragst du dich bei Gelegenheit,
ob das alles war, was kommt und bleibt,
jeder Tag aufs Neue gleich,
wo ist die Grenze zwischen Arm und Reich,
wenn man Geld und Glück vergleicht?

Die Menschen gewöhnen sich daran,
wenn du ihnen immer wieder verzeihst,
wenn du nichts verneinst, was sie von dir wollen.
Aufgaben, Herausforderungen und Stress,
von einem zum anderen Termin gehetzt,
nur noch das, was dein Glück verletzt,
es zerschneidet, den Spaß vergessen lässt,
den du hattest, damals, als Student,
der Wunsch nach dem Leben,
in der die Zeit nicht vor dir wegrennt.

‘Zeit, was ist das schon?
Irgendwie krieg’ ich sie schon rum, es ist genug davon vorhanden,
ich werde schon nicht in der Gosse landen!’
Nicht in der Gosse,
doch ohne Glück und Freude,
lebst du heute,
getrieben von der kapitalistischen Meute,
die dein Kapital regiert, dich finanziert, >
und es bewusst verhindert,
dich an dein persönliches Glück zu verlieren.

Was ist das überhaupt?
Persönliches Glück ist dir nicht vertraut,
nach dem Studium direkt dieses Leben aufgebaut,
das dir vorgegeben wurde,
ohne Umwege oder einer Kurve,
straight forward in die Branche,
sie bot dir damals jede Chance.

Und seitdem hängst du hinterher,
deinen Träumen, Hoffnungen und vielem mehr,
was dein Herz so sehr begehrt.
Du weißt nicht, was du suchst, >
du weißt nur, dass du versuchst, <
den Sinn darin zu finden, während Träume und die Zeit verschwinden, >
schneller voranschreiten als du,
und die Zweifel lassen dich nicht in Ruh’.

Kein Gefühl mehr dafür,
welche Werte wirklich zählen,
verlierst du dich mit ständigem Quälen
zwischen der Lust nach dem Mehr,
und dem kommunikativen Schriftverkehr.

Was hält dich hier?
Wo liegt der Sinn, in diesem Leben,
getrieben von verbalen Hieben,
wenn dem Herz die Zeit fehlt,
sich leidenschaftlich zu verlieben, >
und aufzublühen in der einen Macht, >
die nicht über deine Arbeit wacht,
sondern dich machen lässt, >
und bedingungslos dein Leben mitmacht.>

Und dich als Charakter mit Herz und Gefühl, >
und nicht als Arbeitskraft bestimmt
und deine Liebe für das Leben
zum endlichen Erwachen bringt.

Sie ist da und sie treibt dich voran,
immer nah am Abhang entlang,
deswegen springst du nicht,
obwohl dieser ständige Verzicht,
auf deine Träume und Hoffnungen,
dein Denken und deine Welt bestimmen.

Wo ist die Bedeutung und das, was dich hält?
Wo liegt deine Kraft, mit der du feststellst, dass deine Welt, dich doch festhält?
Wo ist das Herz, dem du soviel versprichst, und du diese Versprechen,
nach Liebe, Glück und Erfüllung,
immer wieder brichst?

Gibt es etwas, dass du mit Leidenschaft, in deinem Leben machst und schaffst?
Etwas, wo du mehr geben willst,
vielleicht sogar deine ganze Welt,
als lächerliche hundert Prozent?

Und wieso springst du nicht?
Der Abhang, er ruft dich.
Im Falle des Falles bleibt dann nichts
als unendlicher Traumverzicht.

Was ist es also, dass dich hindert, dass dich hält, in dieser Welt?