Lebenskünstler sind Menschen,
die nicht nur Zeit für das Notwendige,
sondern auch für das scheinbar Überflüssige haben.

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  • Once upon a time.

    “Und ich vermute sogar, dass jeder Mensch es verdient hat, mindestens einmal in seinem Leben etwas Schlimmes erleiden zu müssen, um den Wert des Lebens schätzen zu lernen.

    Welchen Wert hätte dieses Leben denn, wenn einem alles ohne jegliche Eigeninitiative zuteil wird oder der natürliche Verlauf des Lebens – sprich’ Tod und Vergänglichkeit – vorenthalten wird? Man lernt das Leben erst wirklich kennen, wenn Leid und Trauer messbar geworden sind.“

    Black Beauty

    Schwarze Schönheit, folge mir.

    Hör’ deinen Schritt erklingen,
    Ton für Ton im Sand verschwinden.
    Lass’ deinen Körper Kühnheit tragen,
    und deine Kraft die Angst begraben.
    Sieh mich an, Kleines, folge mir,
    dich gehen zu lassen, verbiet’ es mir.

    Ganz ruhig, mein Mädchen.

    Und dein Atem stockt!
    Bring wieder Ruhe in deinen Leib.
    Anstrengend, nicht wahr, ich weiß.
    Erregung, die dir ein Zittern lockt.
    Komm her, Schönheit, ich halt dich fest
    zum letzten Mal, nie wieder, zuletzt.

    Sei still, mein Liebling.

    Hör’ dein Herz, es bebt so laut
    pulsierendes Blut, das dir nicht vertraut.
    Verführ’ deine Beine, sie trägt der Wind
    so weit du kannst, geliebtes Kind.
    Hinfort von mir, hinaus in die Weite,
    so nah ich dir war, so fern bin ich heute.

    For the love of a sun.

    Mr. Moon loves Mrs. Sun so much,
    he dies every dawn just to let her breathe.

    Ihre Luft und seine Erde.

    Diese Liebe war anders. Sie wusste zwar nicht, wie sie vorher geliebt hätte, denn dieser Umstand war bisher noch nie eingetreten und doch wusste sie sofort, dass diese Liebe anders war. Und schon von Beginn an war sie sich sicher, dass es diese Liebe nur einmal geben konnte. Und genau darin lag die Magie der Einzigartigkeit, der Unberechenbarkeit und der Leichtigkeit, die diese Übereinkunft für sie unweigerlich mit sich brachte.

    Wenn sich eine Wiederholung aufgrund der Einzigartigkeit ausschließt, dann kann es auch kein Ende, keinen Abschluss und keine Beendigung gegeben haben. Das wusste sie.  Sie hatte sich nicht nur in ihn verliebt, sondern auch in diesen Gedanken. Einzigartigkeit kennt keine Reputation. Sie ist nicht abhängig von bereits bekannten Strukturen. Sie versuchte nicht, die Liebe in Bekanntes einzuordnen. Viel zu sehr war sie damit beschäftigt, sich an der Unberechenbarkeit zu betrinken; und doch zählte sie jeden einzelnen Tag, summierte die Stunden ihrer Glückseligkeit und subtrahierte die Sekunden unglücklicher, aber unvermeidbarer, Umstände. Diese Liebe implizierte eine Leichtigkeit, die sie mit aufgeregten Flügeln in den siebten Himmel trug. Sie vertraute darauf; es war ihr Flug zum Glück, und immer, wenn er ihr die Hände reichte, wollte sie mit ihm davon schweben. Er folgte nicht. Er zog sie zu sich hinab. Auf den Boden. Ganz nah. Und dann flatterten ihre Flügel noch ein bisschen stärker. Jedesmal. Auch dann, wenn sie ihre Augen aufschlug und wenn sie sie wieder behutsam schloß.
    Sie vermochte nicht, das Glück herauszufordern. Eine Herausforderung hatte letztlich doch immer ein festgelegtes Ziel und ein Synonym für Ziel war Abschluss. Sie rannte nicht mit ihm; sie ging. Langsam. Und er passte sich an. Sie wusste nicht, warum sie sich diese Stärke zu eigen machte. Sie war sich sicher, es gab in dieser Liebe kein Ziel. Es gab nichts, was sie hätten erreichen müssen. Sie brauchten sich nicht beeilen. Das Glück lag auf der unendlichen Strecke, die sie miteinander gingen.

    Und doch hatte sie Angst vor genau dieser Strecke.
    Und davor, diese Liebe doch berechnen zu können. Dann gäbe es eine Lösung. Und eine Lösung bedeutete ein Ende. Und sie hatte Angst davor, dass er seine Finger von ihren Händen löst, sie davonschweben lässt mit ihren flatternden Flügeln. Sie würde fallen. Sie würde hart aufschlagen. Auf den Boden. Auf den Boden der Tatsachen. Und sie hatte Angst davor, dass er anfängt zu rennen. Dorthin, wo sie nie wieder hinwollte. In fremde Arme. In die Realität. Jeder neue Tag, jede neue Stunde, jede neue Minute und jede neue Sekunde implizierte Angst und die immer wiederkehrende Gewissheit, dass sich jedes gesagte ‘Ich liebe Dich’ in dieser Zukunft verlieren könnte und sie keine Kraft mehr hätte, danach zu suchen.

    Er ließ sie schweben. Er erhöhte sein Tempo. Er zählte die Stunden. Von Anfang an.

    There is nothing more beautiful than passion.

    Leidenschaft.

    Es gibt nichts, was auf dieser Welt einen ähnlichen Zauber beinhaltet, als dieses einfache Wort. Leidenschaft ist die Kraft, die uns antreibt, und die Dinge festhält, die es in unser Herz geschafft haben. Mit unnachgiebigen Fesseln macht es uns von ihnen abhängig.
    Wir selbst knoten diese Dinge an unser Herz und ziehen die Knoten so fest, dass wir selbst nicht mehr imstande sind, sie aufzubekommen. Aber das wollen wir auch gar nicht.
    Haben wir uns entschieden, den Dingen mit dieser Leidenschaft entgegenzutreten und sie einzufangen, ist es schon zu spät – wir werfen das Lasso aus und ziehen die Schlinge zu, unbemerkt, es ist ein automatischer Prozess.

    Und ab diesem Moment geben wir der Leidenschaft nach – und dann, plötzlich, verlieren wir uns in dieser Leidenschaft und suchen planlos den Ausweg, reißen an den Knoten, und bekommen doch keinen der Knoten auf. Dann bekommen wir Angst.
    Manchmal liebt man zu leidenschaftlich, um eine Angst vermeiden zu können. Mit jedem Moment, die unsere Leidenschaft uns schenkt, steigt die Angst an; ziehen sich die Knoten ein wenig mehr um unser Herz zu und beginnen, es konsequent zu erdrosseln. Spürt man schließlich die Gefahr, die von dieser Leidenschaft ausgeht, hat man schon verloren. Das Herz zerspringt, wird zerrissen, durchschnitten durch die Schnüre der Leidenschaft, die es doch einst fest zusammengehalten haben.

    Und trotz dieser unausweichlichen Gefährlichkeit ziehen sich die Knoten immer wieder zu. Immer wieder. Immer wieder. Haben wir eine Wahl?

    Leistungsgesellschaft aka Kapitalismus

    Besorgt bist du, sieh’ dich an,
    um deine Zukunft und deine Zeit,
    Perspektiven bringen dir zuviel Leid,
    mit finanzieller Sicherheit dem Tod geweiht.

    Kraftlos bist du, mit müden Augen,
    deinen Körper billig zu verkaufen,
    und am Schluss an deinen Träumen vorbeigelaufen.
    Es ist doch so sinnlos,
    dir dein Leben aufzubauen,
    fremden Menschen zu vertrauen,
    und am Ende dann abzuhauen.
    Wortlos bist du, denn Stimmen versagen,
    aus Angst, Bedingungen anzuklagen,
    denn deine Hoffnung wird ohnehin begraben.
    Wertlos ist es, was du Kapital nennst,
    deinem Geld, oder das, was du dafür hältst,
    hinterherrennst und als Ergebnis kein Glück kennst.

    Denn immer wieder siehst du sie- an dir vorbeilaufen in Richtung Ziel.
    Das, was du erreichen willst, das, was deinen Hunger stillt –
    nach Reichtum, Macht und Sicherheit,
    und dich zurücklässt in Einsamkeit.
    Kreislauf, wie deine Welt sich dreht,
    du immer weiter im Zirkel gehst,
    und sie deine Spuren dann eh verweht.
    Runde um Runde, und um sich selbst,
    und wer dreht sich um dich, du Held? Ist das wirklich deine Welt?

    Und immer wieder greifst du nach ihnen,
    den Träumen, der Hoffnung und den Dingen,
    die irgendwann dein Glück bedienen,
    da bist du dir sicher, irgendwann,
    holst du sie ein und kommst dann dran.

    Doch bis es soweit ist, lässt du dein Glück,
    unbedacht auf deinem Weg zurück.
    Du musst dich auf deine Karriere versteifen,
    auf Sachen, die dir keinen Spaß
    und keine Freude hinterlassen –
    die an dir zerren und dich auslaugen,
    ‘Freiheit, die muss man sich erkaufen’ –
    sagt dein Chef mit hektischer Miene,
    ‘man darf sich nicht in der Zeit verlaufen!’

    Freiheit durch Arbeit,
    Freiheit durch Geld,
    schließlich ist es nur die Leistung,
    die in deinem Leben zählt.
    Freude und Glück wird zurückgestellt,
    für Profit und das, was dein Chef von dir will.

    Und dann blickst du auf das Leben hinab,
    wenn du nicht mehr in diesem Leben weilst,
    das, was du dein Leben nanntest,
    in der du keine Perspektive erkanntest,
    keine Umleitung beschritten,
    straight voran, auf dem hohen Ross geritten,
    doch wer das hohe Ross besteigt,
    fällt am Ende und von Zeit zu Zeit,
    hinab in depressives Leid,
    und muss sich selber hochpushen,
    es immer wieder neu versuchen, >
    niemals Schwäche als Schwäche verbuchen.

    Denn das was wirklich wichtig ist,
    das Glück, die Freude und deine Pflicht,
    dir selbst dein Leben zu gestalten,
    dir Träume und Hoffnungen zu erhalten,
    und sie letztlich zu erreichen,
    vergisst du im Sog der Wirtschaft,
    denn wer Arbeit schafft,
    schafft Wirtschaftskraft,
    und wer nichts schafft,
    wird abgeschafft.

    Und immer wieder sagst du dir: ‘Ich lass’ mein Leben und meine Zeit, nicht von meinem Chef verwalten.’
    Doch du bist klein und inkonsequent,
    denn das, was du dein Leben nennst, >
    >ist eigentlich das, was zu Asche verbrennt,
    im flackernden Feuer seiner Gewalt.
    ‘Der Beruf, ja, mein Beruf, der gibt mir Halt, in dieser schnelllebigen Zeit,’
    rechtfertigst du dich, >
    du hast ja sonst nichts,
    deine Zeit lässt dir keine Zeit,
    für Liebe, Glück und Besonnenheit.
    Und so fragst du dich bei Gelegenheit,
    ob das alles war, was kommt und bleibt,
    jeder Tag aufs Neue gleich,
    wo ist die Grenze zwischen Arm und Reich,
    wenn man Geld und Glück vergleicht?

    Die Menschen gewöhnen sich daran,
    wenn du ihnen immer wieder verzeihst,
    wenn du nichts verneinst, was sie von dir wollen.
    Aufgaben, Herausforderungen und Stress,
    von einem zum anderen Termin gehetzt,
    nur noch das, was dein Glück verletzt,
    es zerschneidet, den Spaß vergessen lässt,
    den du hattest, damals, als Student,
    der Wunsch nach dem Leben,
    in der die Zeit nicht vor dir wegrennt.

    ‘Zeit, was ist das schon?
    Irgendwie krieg’ ich sie schon rum, es ist genug davon vorhanden,
    ich werde schon nicht in der Gosse landen!’
    Nicht in der Gosse,
    doch ohne Glück und Freude,
    lebst du heute,
    getrieben von der kapitalistischen Meute,
    die dein Kapital regiert, dich finanziert, >
    und es bewusst verhindert,
    dich an dein persönliches Glück zu verlieren.

    Was ist das überhaupt?
    Persönliches Glück ist dir nicht vertraut,
    nach dem Studium direkt dieses Leben aufgebaut,
    das dir vorgegeben wurde,
    ohne Umwege oder einer Kurve,
    straight forward in die Branche,
    sie bot dir damals jede Chance.

    Und seitdem hängst du hinterher,
    deinen Träumen, Hoffnungen und vielem mehr,
    was dein Herz so sehr begehrt.
    Du weißt nicht, was du suchst, >
    du weißt nur, dass du versuchst, <
    den Sinn darin zu finden, während Träume und die Zeit verschwinden, >
    schneller voranschreiten als du,
    und die Zweifel lassen dich nicht in Ruh’.

    Kein Gefühl mehr dafür,
    welche Werte wirklich zählen,
    verlierst du dich mit ständigem Quälen
    zwischen der Lust nach dem Mehr,
    und dem kommunikativen Schriftverkehr.

    Was hält dich hier?
    Wo liegt der Sinn, in diesem Leben,
    getrieben von verbalen Hieben,
    wenn dem Herz die Zeit fehlt,
    sich leidenschaftlich zu verlieben, >
    und aufzublühen in der einen Macht, >
    die nicht über deine Arbeit wacht,
    sondern dich machen lässt, >
    und bedingungslos dein Leben mitmacht.>

    Und dich als Charakter mit Herz und Gefühl, >
    und nicht als Arbeitskraft bestimmt
    und deine Liebe für das Leben
    zum endlichen Erwachen bringt.

    Sie ist da und sie treibt dich voran,
    immer nah am Abhang entlang,
    deswegen springst du nicht,
    obwohl dieser ständige Verzicht,
    auf deine Träume und Hoffnungen,
    dein Denken und deine Welt bestimmen.

    Wo ist die Bedeutung und das, was dich hält?
    Wo liegt deine Kraft, mit der du feststellst, dass deine Welt, dich doch festhält?
    Wo ist das Herz, dem du soviel versprichst, und du diese Versprechen,
    nach Liebe, Glück und Erfüllung,
    immer wieder brichst?

    Gibt es etwas, dass du mit Leidenschaft, in deinem Leben machst und schaffst?
    Etwas, wo du mehr geben willst,
    vielleicht sogar deine ganze Welt,
    als lächerliche hundert Prozent?

    Und wieso springst du nicht?
    Der Abhang, er ruft dich.
    Im Falle des Falles bleibt dann nichts
    als unendlicher Traumverzicht.

    Was ist es also, dass dich hindert, dass dich hält, in dieser Welt?

    The gift of lifetime

    Das größte Geschenk,

    was du einem Menschen machen kannst,
    ist es, ihn an deinem Leben teilhaben zu lassen und
    ihm deine Zeit zu schenken,

    weil deine Lebenszeit und deren Inhalt das Wertvollste ist,
     was du besitzt.

    Vergangenheit vs. Zukunft.

    “Es ist verdammt nochmal nicht so einfach, wie du es dir vorstellst!”
    – “Dann erkläre es mir.”

    “Ich kann es nicht erklären. Es geht nicht. Du weißt überhaupt nicht, wie sehr ich darunter leide. Wie sehr meine Leidenschaft danach ruft, schreit, sich sehnt, weil du diese Leidenschaft für Dinge einfach nicht besitzt. Das weißt du. Das hast du selbst gesagt zu mir. Hundert Prozent geben, immer, bei allem, was mir Spaß macht, was mir Freude bringt. Immer! – aber es fehlt einfach. Dieses Vermissen ist schrecklich und es ist kaum absehbar, dass ich diese Leidenschaft in naher Zukunft wieder bedienen kann. Du kennst dieses Gefühl nicht. Du nicht. Weil du immer alles erreicht hast. Weil du nicht kämpfen musst für diese Dinge. Weil sie dir zufliegen. Weil sie dir serviert werden. Du musst nichtmal aufstehen! Verdammt! Du kennst mich doch. Du weißt, womit ich mein Leben primär verbracht habe, wie loyal ich immer den Dingen gegenüber war, die mich glücklich gemacht haben und wieviel Freude und Glück ich durch sie erlangt habe und abgeben konnte. Und nun? Wem gegenüber bin ich nun loyal? Mir selbst gegenüber? Meinem Spiegelbild? Ach Gott, nein. Ehrlich. Ich habe mich über meine Leidenschaften definiert! Wer bin ich jetzt noch, ohne das, was mich ausgemacht hat, worin ich aufgegangen bin, wo ich wirklich gewusst habe, wer ich bin? Ich habe keine Aufgabe mehr. Keine scheiß’ Verantwortung. Nicht einmal mehr mir selbst gegenüber!
    Es wäre mir absolut gleichgültig, wenn ich sterbe, denn wofür trage ich derzeit die Verantwortung? Für mich selbst? Ach, bitte. Ganz ehrlich? Nein, danke. Ich weiß, dass ich das sage regt dich sicher auf. Wegen Kleinigkeiten so eine Aussage?! Du fasst dir an den Kopf, klar. Ich habe nichts anderes erwartet. Warum auch? Aber du kannst das einfach nicht nachvollziehen, weil dir der Inhalt, der Sinn deines Lebens, nicht genommen wurde und wenn, dann hast du dir einen neuen Sinn gesucht oder dich von ihm suchen lassen. Aber ich will das nicht! Ich kann das auch nicht. Und damals dachte ich, das geht immer so weiter, immer weiter, und hört nie auf und ich habe diese eine, große Zukunft vor mir. Ich konnte soviel. Wo ist das bloß hin?! Sieh dich an; du, mir gegenüber, im Studium; ung, ohne Angst vor der Zukunft, ohne Sorgen, irgendjemand fängt dich immer auf, das weißt du auch, und irgendjemand schubst dich immer, klar, logisch. Aber ich falle, und ich kann mich nur alleine auffangen. Und ich muss immer selber den ersten Schritt gehen, ihn wagen und wenn dieser Schritt über eine Schlucht führt – bemerkst du diesen gottverdammten Kreislauf?
    Jeden Tag kämpfe ich auf ein Neues, um irgendwann wieder den Weg zu erreichen, den ich eingeschlagen hatte und von dem ich runtergefegt wurde wie ein leichtes, kümmerliches Sandkorn! Ich jammer dir zuviel? Ja, natürlich. Mir wurde verdammt nochmal alles genommen. Ich darf jammern! Und natürlich haben es andere Menschen sehr viel schlechter als ich. Sicher. Aber auf diese Diskussion möchte ich jetzt nicht eingehen. Es geht hier nun endlich auch mal um mich. Soviel Egoismus darf ich anbringen. Endlich. Ich bin irgendwann auch mal wieder dran, mir ein Leben, mein Leben aufzubauen.
    Natürlich. Die Situation hat sich wieder verbessert. Aber wofür? Wofür reiße ich mir meinen hübschen Hintern auf? Für eine eventuelle, potenzielle, wahrscheinlich vermutliche Karriere, die mir nicht einmal sicher ist? Für Geld? Für Anerkennung und Selbstverwirklichung? Das sind verschwendete Jahre und dafür bin ich einfach inzwischen zu ungeduldig. Und am Ende hat es dann vielleicht doch nicht gereicht. Und dann?
    Aber hey – du kennst mich. Ich gebe nicht auf. Ich lasse mich nicht hängen, und mein Körper tut es auch nicht, auch wenn ich es mir manchmal wünsche, einfach umzukippen, um rauszukommen, um zu flüchten, um kurz meine Ruhe zu haben vor der Zukunft, die mich immer wieder überrundet und mich demotiviert zurücklässt – und mir zusätzlichAngst macht, dass ich sie nicht einholen werde. Fick Dich, Zukunft!”

    – “Nein, mein Schatz. Fick Dich, Vergangenheit!”

    Denn man fällt schneller, als man steigt.

    Denn man fällt schneller als man steigt – und je höher man steigt, desto härter wird der Fall. Größer wird die Enttäuschung und die Einsamkeit, kleiner die Gefahr der Besessenheit und Eitelkeit. Und je höher man ist und je tiefer man fällt, desto kleiner wird das, was dich hier hält.

    Denn unten ist die Luft dichter als oben – und je höher man steigt, desto weniger Sauerstoff hat man zum Atmen. Sauerstoff ist ein paradoxer Stoff. Und je niedriger dieser Stoff ist, desto saurer wird man. Durch Druck. Aus Angst. Basierend darauf, dass jeder nach dir und deiner Kompetenz verlangt.

    Denn unten schwimmen ist leichter als oben fliegen – und je tiefer man sinkt, desto einfacher schwimmt es sich. Schwimmen ist menschliche Natürlichkeit. Fliegen ist physische Begrenztheit. Kalte Dunkelheit gegen warmen Sonnenschein. Und je mehr man vor sich hin treibt, desto mehr vergisst du, was bei dir bleibt.

    Denn wenn man unten ist, kann man nicht fallen – und je stärker man sich eingräbt, desto schwächer werden die Kräfte, um sich wieder auszugraben. Erde belebt nur dann, wenn man sich frei bewegen kann. Und je tiefer man liegt, desto mehr drückt die Erde, die über dich siegt.

    Und was war Freundschaft noch gleich?

    Ich halte dich an meiner Hand,
    ergreife sie, so fest ich kann,
    und gebe dir den starken Halt,
    nach dem dein Herz und Du verlangst.

    Lass mich nicht los,
    flüsterst du leise.
    Wie könnte ich,
    wie sollte ich,
    wie käme es mir in den Sinn,
    dich alleine zu lassen,
    auf deiner Reise?

    Vertrau mir nur,
    hab keine Angst;
    es ist unmöglich,
    dich zu verletzen,
    denn du bist meine
    Leidenschaft.

    Ich gebe dir die eine Kraft,
    die dich einläd, aufzusitzen,
    und dich sanft in den Sattel legt,
    und nehme dir, deine egoistische Krone,
    wenn dein Ross,
    dich in die Höhe trägt.

    Ich folge dir,
    wohin du gehst,
    wohin dich deine Ziele führen;
    sie den Sand der Wüste spüren;
    die weichen Wolken
    des siebten Himmels spüren.

    Ich fliege mit dir,
    wenn du deine Flügel schwingst,
    in die Lüfte aufsteigst,
    mit den Vögeln singst.

    Ich zeige dir,
    den Ausweg,
    wenn du in
    tiefen Wäldern versinkst,
    nach Licht und Orientierung sinnst
    und schütze dich,
    vor scharfen Bissen,
    wenn du mit den Haien schwimmst.

    Und dann am Ziel
    am Ende der Reise,
    liebe ich dich weiterhin,
    auf diese eine,
    besondere Weise.